Musik macht stark

Das Projekt Musik macht stark hat die Förderung von persönlichen, sozialen, schulischen und später auch beruflichen Kompetenzen von Hauptschülern durch intensives Musizieren mit Hilfe von Rockinstrumentarien zum Ziel. Aktuelle Studien weisen auf eine signifikant höhere soziale Kompetenz von Jugendlichen durch verstärkten Musikunterricht hin (Bastian, 2001). Auch gibt es Belege dafür, dass Musik kognitive, kreative, soziale und emotionale Fähigkeiten fördert (Bastian, 2001; Weber, Patry & Spychiger, 1993; Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2006).
Das vorliegende Forschungsprojekt erstreckt sich auf drei Jahre. Es wird an der Sperberschule, einer Grund- und Hauptschule, in der Nürnberger Südstadt durchgeführt. Durch den hohen Anteil an Schüler(inne)n mit Migrationshintergrund gilt die Sperberschule als eine der Brennpunktschulen in Nürnberg.
An dem Musikprojekt nehmen seit dem Schuljahr 2007/08 die gesamte fünfte sowie eine Klasse der 6. Jahrgangsstufe teil. Insgesamt handelt es sich somit um 113 Jugendliche, von denen 29 Schüler(innen) aktiv an Musik macht stark beteiligt sind (Experimentalgruppe EG). Sie erhalten wöchentlichen Instrumentalunterricht. Die restlichen 84 Jugendlichen bilden die Kontrollgruppe (KG). Als Untersuchungsplan wurde ein 2 (EG und KG) x 5 (5 MZP in den nächsten drei Schuljahren) quasi-experimentelles Design gewählt. Die erste Messung fand im November 2007 während des Unterrichts statt. Die zweite Messung ist zum Ende des Schuljahres geplant.
Fragen zur Bildungsaspiration und zu Vorerfahrungen mit Musikinstrumenten sowie die revidierte Form der Selbstwertskala von Rosenberg (Collani & Herzberg, 2003), der Fragebogen zum Selbstkonzept von Pfeiffer (2006), die Skalen zur Erfassung von Lern- und Leistungsmotivation (SELLMO) von Spinath, Stiensmeier-Pelster, Schöne und Dickhäuser (2002) und der Attributionsfragebogen von Dresel, Schober und Ziegler (2005) dienen als Erhebungsinstrumente für den Schülerfragebogen. Die zuständigen Klassenleiter(innen) nehmen ebenfalls eine Einschätzung zum Kompetenz- und Problemverhalten ihrer Schüler(innen) anhand der deutschen Version des Social Behavior Questionnaire (SBQ) für Lehrer und Eltern von Tremblay (Lösel, Hacker, Jaursch, Stemmler & Wallner, 2006) vor. Auch die Eltern wurden in die Untersuchung mit einbezogen. Sie beantworten ebenfalls Fragen zur Bildungsaspiration, zur Vorerfahrung mit Musikinstrumenten sowie Fragen zum kompetenten und problembezogenen Verhalten (Lösel, Hacker, Jaursch, Stemmler & Wallner, 2006) ihrer Kinder.

Literaturhinweise:

  • Bastian, H.G (2001). Musik(erziehung) und ihre Wirkung. Mainz Schott.
  • Bernecker, C., Haag, L. & Pfeiffer, W. (2006). Musikalisches Selbstkonzept – eine empirische Untersuchung. Diskussion Musikpädagogik, 29, S. 53-56.
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (2006). Macht Mozart schlau? Die Förderung kognitiver Kompetenzen durch Musik, Band 18.
  • Collani, von G. & Herzberg, P. Y. (2003). Eine revidierte Fassung der deutschsprachigen Skala zum Selbstwertgefühl von Rosenberg. Zeitschrift für Differentielle und Diagnostische Psychologie, 24 (1), S. 3-7.
  • Dresel, M., Schober, B. & Ziegler, A. (2005). Nothing More Than Dimensions? Evidence for a Surplus Meaning of Specific Attributions. The Journal of Educational Research, 99 (1), p. 31-44.
  • Lösel, F., Hacker, S., Jaursch, S., Stemmler, M. & Wallner, S. (2006). Skalen zur Messung sozialen Problemverhaltens bei Vorschul- und Grundschulkindern.
  • Spinath, B., Stiensmeier-Pelster, J., Schöne, C. & Dickhäuser, O. (2002). Skalen zur Erfassung der Lern- und Leistungsmotivation. Göttingen: Hogrefe Verlag.

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